08 - 08 - 2020

Osann-Monzel und Kesten: Artenschutz im Weinberg und in der Pilgerunterkunft

Im Bereich der Gemeinden Osann-Monzel wurde im Jahr 2013 durch das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Mosel mit Sitz in Bernkastel-Kues ein Projekt zum Artenschutz ins Leben gerufen. Das Projekt haben Carl Jung (Initiator des Projektes Artenschutz am Pilgerweg), Karl Schweisel aus Osann-Monzel und Wolfgang Welter (Verantwortlicher für den Mosel-Camino) betreut.

   

In der Weinbergsbrache in der Weinlage Monzeler Kätzchen direkt am Mosel-Camino wurde ein großflächiges Refugio für allerlei Insekten, Eidechsen, Fledermäuse und Vögel geschaffen. Dabei wurden sie von dem Ehepaar Karin Berres-Fischer und Franz Fischer tatkräftig unterstützt. Auch in der Gemarkung der Nachbargemeinde Kesten hat sich viel getan. Unter der Marke "Lebendige Moselweinberge" hat das DLR zahlreiche Infotafeln und Lebensraum- und Nisthilfen aufgestellt. Weitere Infos stellt das DLR unter www.lebendige-moselweinberge.de zur Verfügung.  

   

Durch ihre besondere Freundschaft zu Carl Jung haben die Fischers die Notwendigkeit gesehen, selbst zu handeln und die Artenvielfalt zu schützen. Sie begannen, in ihrem eigenen Garten Balkenminis für Wildbienen und Vogelnistkästen aufzuhängen. Franz, der auch Wegepate für einen Abschnitt des Mosel-Camino zwischen der Mülheimer Brücke bis Klausen ist, hat weitere Kästen innerorts und entlang des Pilgerweges in Absprache mit den jeweiligen Eigentümern aufgehängt. Carl hat immer für ausreichend Nachschub gesorgt. So wurden zum Beispiel Balkenminis bei einer Mitgliederversammlung des Heimat- und Verkehrsvereins Osann-Monzel dankend von den Teilnehmern mit nach Hause genommen. Diese erfreuen sich jetzt in jedem Frühjahr, wenn die Wildbienen schlüpfen und sich wieder vermehren.

   

2017 sind Karin und Franz in ihr neues Haus eingezogen, in dem sie unter dem Namen „Zimmer am Weg“ auch Pilger beherbergen (www.zimmer-am-weg.de). Sofort war klar, dass sie einen Insektenfreundlichen Zier- und Nutzgarten anlegen wollten. Es wurden drei Bäume und viele bienenfreundliche Stauden, Rosen und Kräuter gepflanzt. Inzwischen tummeln sich dort Hummeln, Holzbienen, Wildbienen, Eidechsen, Erdkröten, einige wenige Mäuse und vielerlei Vögel, die das ganze Jahr von gefüttert werden, in dem Garten. Das Gemüse ist sehr gesund, die Blumen blühen im Überfluss, Schädlinge gibt es keine. Es funktioniert: die Natur hilft sich selbst. Mittlerweile kann man 5 Balkenminis, 2 größere Insektenhotels und 3 Nistkästen bestaunen - und es kommt jedes Jahr etwas neues hinzu.

   

2018 fand ein Fest anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der WeinGenussWanderungen des Heimat- und Verkehrsvereins statt. Dabei haben Karl Schweisel und Karin gemeinsam einen Stand mit allerlei Insektenhotels, Nistkästen, Bausätzen, Infotafeln über den NABU und Wegemarkierung an Pilgerwegen aufgebaut und erfolgreich betreut.